HB9HIN: die Schweizer Station von Hans, vom CB-Funk zum Satelliten QO-100
Auf ins Schweizer Mittelland, zu Hans (HB9HIN) und seiner ebenso gepflegten wie vielseitigen Station. Hier stehen eine Wand mit Weltzeituhren und eine richtige Antennen-Schaltmatrix neben einer Sammlung geduldig restaurierter Vintage-CB-Geräte. Eine Station, die in Bildern einen ganzen Werdegang erzählt: von den CB-Jahren bis zum Funkbetrieb über den geostationären Satelliten QO-100.
🔗 Zu diesem Artikel: Dieses Porträt stützt sich auf den Artikel, den das USKA-Magazin HBradio (Ausgabe 6/2023) Hans-Peter Kohler, HB9HIN, unter dem Titel «Medizinprofessor wird Funkamateur» gewidmet hat (verfasst von Hans selbst), sowie auf seinen reich bebilderten QRZ-Eintrag. Die biografischen Angaben stammen aus diesem Artikel. Danke an Hans und an HBradio für diesen Einblick.
👤 Wer ist HB9HIN?
Hinter dem Rufzeichen HB9HIN steht Hans, ein Schweizer Funkamateur im Mittelland, im Locator-Feld JN36 (Region Bern). Sein Werdegang hat es übrigens in die Fachpresse geschafft: Das USKA-Magazin HBradio hat ihm ein Porträt mit dem vielsagenden Titel «Medizinprofessor wird Funkamateur» gewidmet (Ausgabe 6/2023). Ein schönes Beispiel für jene späten Berufungen, bei denen eine anspruchsvolle wissenschaftliche Laufbahn zu gegebener Zeit in die Leidenschaft für Funkwellen mündet.
Auf QRZ entscheidet sich Hans für das eher ungewöhnliche Vorgehen, nichts zu schreiben: keine Biografie, keine lange Materialliste, sondern eine eindrückliche Fotogalerie. Und diese Galerie sagt viel aus.
Was sofort auffällt, ist die akribische Sorgfalt, mit der die Station gestaltet ist: eine ganze Wand mit Uhren, die auf verschiedene Zeitzonen eingestellt sind (das Markenzeichen des DX-Operators), selbstgebaute Antennen-Schalttafeln, Bandplan-Karten in Sichtweite und auf den Millimeter eingeräumte Geräte. Gegenüber springt eine zweite Leidenschaft ins Auge: eine schöne Sammlung von CB-Geräten und Vintage-Empfängern, oft liebevoll restauriert.
Bei HB9HIN leben zwei Welten unter einem Dach: jene des CB-Funks und der Empfänger von einst und jene des modernsten Amateurfunks, bis hin zum Satellitenbetrieb. Dieselbe Leidenschaft für Funkwellen, über mehrere Jahrzehnte gelebt.

Gesamtansicht des Shacks von HB9HIN: Uhrenwand, Antennen-Schaltmatrix und ausgehängte Bandpläne. (Foto: © HB9HIN, via QRZ)
🩺 Von der Medizin zu den Funkwellen: ein aussergewöhnlicher Werdegang
Im Artikel, den ihm HBradio widmet, erzählt Hans selbst seinen Weg, zusammengefasst im Titel: «Medizinprofessor wird Funkamateur». Mit 60 Jahren die Prüfung ablegen und erst seit zwei Jahren aktiv sein, warum so spät? Der Funk hätte doch viel früher kommen können.
1981 schliesst Hans eine Ausbildung als Radio-TV-Elektroniker ab (sein erster Bildungsweg) und begeistert sich schon während der Lehre für den CB-Funk. Gleich danach die Amateurfunklizenz zu erwerben, wäre logisch gewesen, doch das Leben wollte es anders. Er nimmt das Lernen wieder auf, erlangt die Matura an der Feusi-Schule in Bern und beginnt dann ein Medizinstudium an der Universität Bern. Es folgt eine anspruchsvolle Laufbahn: klinisch tätiger Arzt, dann Professor für Innere Medizin, zwischen Lehre und Forschung, unter anderem mit einem mehrjährigen Aufenthalt an der University of Leeds in England.
Seit jeher technikbegeistert, war er einer der Ersten in der Schweiz, der einen Satellitenempfang installierte; seine Parabolantennen fand er an der FERA (der Schweizer Radio- und TV-Ausstellung) in Zürich, um Anfang der 1990er-Jahre in seinem Wohnzimmer Sky News zu schauen.
Dann folgt ein dritter Weg: die Politik. 2005 ins Parlament von Köniz gewählt, dann 2014 in den Grossen Rat des Kantons Bern, wechselt er 2018 als Gemeinderat von Köniz (4. Gemeinde des Kantons, über 43'000 Einwohner) vollamtlich in die Politik, zuständig für Bildung und Soziales. Als Präsident der kantonalen Gesundheitskommission erweisen sich seine ärztlichen Kenntnisse während der Covid-Krise als wertvoll.
Und genau Covid hat Hans zum Funkamateur gemacht: Der Lockdown verschaffte ihm Zeit, die er dem Lernen der Prüfungsfragen widmete, wofür er seinen alten HP-41CV-Taschenrechner und seine Formelsammlungen wieder hervorholte. Anfang 2020 besteht er mit 60 Jahren die Prüfung und erhält das Rufzeichen HB9HIN. Das Suffix «HIN» ist kein Zufall: Es ist eine Anspielung auf «Health in Net», einen Standard für sichere Kommunikation im Gesundheitswesen.
Mit der Lizenz in der Tasche richtet er einen Shack in einer ehemaligen Küche unter dem Dach seines hundertjährigen Hauses ein (die Baubewilligung kam im Herbst 2021). Sein Credo, an das er gerne erinnert: immer selbst ausprobieren, anpassen, ändern und wieder von vorne beginnen und verstehen wollen, warum etwas funktioniert oder eben nicht.
| Etappe | Werdegang von Hans, HB9HIN |
|---|---|
| 1981 | Eidgenössisches Diplom als Radio-TV-Elektroniker; Leidenschaft für CB-Funk während der Lehre |
| 1980er-/90er-Jahre | Matura (Feusi-Schule, Bern), dann Medizinstudium an der Universität Bern |
| Laufbahn | Arzt, Professor für Innere Medizin, Forschung an der University of Leeds (England) |
| 2005 | Wahl ins Parlament von Köniz: Beginn des politischen Engagements |
| 2014 | Wahl in den Grossen Rat des Kantons Bern |
| 2018 | Gemeinderat von Köniz (Bildung und Soziales) |
| Anfang 2020 | Bestandene Amateurfunkprüfung mit 60 Jahren, Rufzeichen HB9HIN |
| Herbst 2021 | Bewilligung und Einrichtung des Shacks unter dem Dach |
📻 Die moderne Amateurfunkstation
Für den heutigen Funkbetrieb ist Hans als Operator gut ausgerüstet, mit mehreren grossen Marken rund um seinen Bedienplatz:
KW-Transceiver
Geräte von Elecraft, Icom, Yaesu und Kenwood teilen sich den Tisch, mit schönen Panoramaanzeigen (Wasserfall), um die Bänder abzusuchen.
Linearendstufe
Eine Endstufe von Expert unterstützt die Transceiver und verleiht dem Signal in Pile-ups mehr Gewicht.
Separater Empfänger
Ein separater Icom-Empfänger und mehrere Bildschirme ermöglichen es, ständig zu hören und zu vergleichen, ganz in der Tradition der Empfangsoperatoren.
Gepflegtes Audio
Ein Heil-Mikrofon und ein Antennentuner vervollständigen die Kette, für saubere und angenehme Telefonie.

Einer der KW-Transceiver der Station mit seiner Panoramaanzeige. (Foto: © HB9HIN, via QRZ)

Die Linearendstufe von Expert, bereit, den KW-Funkbetrieb zu unterstützen. (Foto: © HB9HIN, via QRZ)
🗼 Ein sehr vielfältiger Antennengarten
Eine Station, die vom CB-Funk bis zum Satelliten funkt, braucht ein ebenbürtiges Antennensystem. Und hier fehlt es HB9HIN nicht an Mitteln:
Vertikalantennen und Yagis
Mehrere Vertikalantennen und Yagi-Richtantennen, mit ausgezeichneter Freisicht über die umliegende Landschaft.
Magnetantennen
Hübsche abgestimmte Loops, darunter eine Baby Loop mit ihrer Koppelspule: Diskret, strahlen sie auf kleinem Raum erstaunlich gut ab.
Empfangsantennen
Beverage-Antennen, in seinem Garten gespannt, für den Empfang auf den unteren Bändern, und eine breitbandige Discone zum Hören.
Mehrere Bänder
Damit lassen sich KW, das 4-m-Band, 11 m (CB) und VHF/UHF abdecken, dazu eine Helixantenne und verschiedene Drähte.

Eine der Magnetantennen der Station, diskret, aber wirksam. (Foto: © HB9HIN, via QRZ)

Vertikalantenne im Garten auf einer sorgfältig erstellten Betonplatte, mit freier Sicht auf das Schweizer Mittelland. (Foto: © HB9HIN, via QRZ)

Eine in seinem Garten gespannte Beverage-Antenne, wertvoll für den Empfang auf den unteren Bändern. (Foto: © HB9HIN, via QRZ)
💡 Die Lektion der Magnetantenne: Man glaubt oft, eine Loop könne keine gute DX-Antenne sein. Hans beweist das Gegenteil. Mit Geduld, Erfahrung und einem präzisen Tuner gelingen ihm QRP-SSB-Verbindungen (einige Watt) bis nach Australien, ebenso wie eine Verbindung mit 50 W zu den Falklandinseln. Wie er sagt: selbst ausprobieren, statt Vorurteilen zu glauben.
🛰️ Der grosse Sprung: der Satellit QO-100
Zu den aussagekräftigsten Bildern seiner Galerie gehört eine kleine zum Himmel gerichtete Parabolantenne: die Antenne für den Satelliten QO-100 (Es'hail-2). In der geostationären Umlaufbahn bietet dieser Amateurfunksatellit eine ständige Abdeckung eines riesigen Gebiets, von Südamerika bis Thailand.
Für einen Operator ist der Funkbetrieb über QO-100 eine kleine technische Meisterleistung und eine riesige Genugtuung: Es braucht eine Sendekette (Uplink) auf 2.4 GHz und einen Empfang (Downlink) auf 10 GHz, alles perfekt ausgerichtet. Dass Hans dort aktiv ist, sagt viel über seine Neugier und seinen Willen aus, immer wieder die eigenen Grenzen zu verschieben, weit weg von den Vorurteilen über den CB-Funk.

Die Parabolantenne von HB9HIN für den geostationären Satelliten QO-100 (Es'hail-2). (Foto: © HB9HIN, via QRZ)
Um konkret zu sehen, wie Funkbetrieb über QO-100 aussieht, hier ein ausgezeichnetes Video auf Französisch, das erklärt, wie man zu diesem geostationären Satelliten sendet:
Video: «Emettre vers le satellite Oscar 100», von F1GWR (YouTube, auf Französisch).
📼 Die andere Leidenschaft: CB-Funk und Vintage-Empfänger
Wenn die moderne Station beeindruckt, berührt vielleicht die Sammlung von CB-Geräten und Vintage-Material von Hans am meisten. Man begegnet Namen, die Nostalgiker der 27-MHz-Jahre schwärmen lassen:
Midland
Eine ganze Reihe von Midland-Geräten und Handfunkgeräten, Basis- wie Mobilgeräte, oft mit ihrer Originaldokumentation.
Lafayette, Zodiac, Tokai
Kultmarken aus der grossen Zeit des CB-Funks, von Basisgeräten bis zu kleinen Handfunkgeräten, in bemerkenswertem Zustand.
Schweizer Sommerkamp
Ein Gerät Sommerkamp TS-5624SC, das noch die Etikette seines Tessiner Importeurs trägt (SOKA, Lugano): ein echtes Stück Schweizer Funkgeschichte.
Restaurierung
Manche Fotos zeigen geöffnete Chassis: Hans begnügt sich nicht mit Sammeln, er repariert diese Geräte und nimmt sie wieder in Betrieb.
💡 CB-Funk, eine respektable Leidenschaft: Bei HB9V wie bei unserem Partner Phonicom machen wir keine Rangordnung zwischen CB-Funk und Amateurfunk. Viele Operatoren haben auf 27 MHz angefangen, bevor sie die Lizenz erwarben. Die Station von HB9HIN ist das schönste Beispiel dafür: Beide Welten begegnen sich dort mit demselben Respekt.

Ein CB-Basisgerät aus der Sammlung, sorgfältig präsentiert. (Foto: © HB9HIN, via QRZ)

Ein Sommerkamp-Handfunkgerät aus der Sammlung, Zeuge der Funkgeschichte in der Schweiz. (Foto: © HB9HIN, via QRZ)

Der Operator in seinem Element: Hans (HB9HIN) mitten in seiner Station. (Foto: © HB9HIN, via QRZ)
🖼️ Die Galerie seiner Station
Bühne frei für die Bilder! Klicken Sie auf ein Vorschaubild, um es gross anzuzeigen. Navigieren Sie mit den Pfeilen (auf dem Bildschirm oder mit den Tasten links und rechts der Tastatur), schliessen Sie mit dem Kreuz, der Escape-Taste oder per Klick auf den Hintergrund.
Alle Fotos: © HB9HIN (Hans), via seine QRZ-Seite.
🇨🇭 Was uns diese Station mitgibt
Die Station von HB9HIN ist eine wunderbare Erinnerung daran: Amateurfunk hat kein Einheitsformat. Man kann ein versierter DX-Operator sein, aktiv bis hin zum Satelliten QO-100, und zugleich eine offene Zuneigung zum CB-Funk und zu alten Empfängern pflegen. Die beiden Leidenschaften befruchten sich gegenseitig.
Bei HB9V, dem Club der Funkamateure des Kantons Waadt, mögen wir solche Stationsporträts, die auf Ideen bringen: eine Loop-Antenne zum Testen auf einem kleinen Balkon, eine Shack-Organisation zum Nachahmen, die Lust, mit Satellitenbetrieb zu beginnen, oder einfach die Freude, ein Gerät aus einer anderen Zeit zu restaurieren. Und wie Hans selbst zusammenfasst: Es ist nie zu spät, Funkamateur zu werden. Bravo an ihn für diese Station und für diesen schönen Werdegang.
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Phonicom.ch, Funkspezialist in der Schweiz
Wie HB9HIN trennt auch Phonicom den CB-Funk nicht vom Amateurfunk: Der Shop rüstet CB-Funker mit CB-Zubehör aus (Antennen, Dummy Loads, Koaxialkabel, Antennenhalterungen und Magnetfüsse) ebenso wie Funkamateure (Transceiver für KW/VHF/UHF, Endstufen, Antennentuner, Antennen der grossen Marken). Ob Einsteiger oder erfahren: Profitieren Sie von persönlicher Beratung und Lieferung in der Schweiz.
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📖 Quellen: QRZ-Eintrag von HB9HIN (Hans); Porträt «Medizinprofessor wird Funkamateur», erschienen in HBradio 6/2023 (USKA). Alle Fotos: © HB9HIN, via QRZ. Dieser Artikel ist ein unabhängiges Porträt, ohne kommerzielle Verbindung, veröffentlicht als Hommage an eine schöne Schweizer Station.
Artikel erstellt von HB9HPG für HB9V.ch, Funkamateure des Kantons Waadt
Porträt erstellt anhand der QRZ-Seite von HB9HIN, mit unserem Dank
73 und gute DX! 📻










































































































