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HB9V · Funkamateure des Kantons Waadt
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Die Geschichte des Rufzeichens HB9V - Vom ersten Funkamateur zu den Waadtländer Funkamateuren

Die Geschichte des Rufzeichens HB9V

Das Rufzeichen HB9V blickt auf eine reiche und faszinierende Geschichte von fast neun Jahrzehnten zurück. Von 1936, als es der Funkamateur und Erfinder Jacques Brocher nutzte, der den berühmten tragbaren Transceiver «Lilliput» baute, bis zur Neuzuteilung im Jahr 2025 an den Club der Funkamateure des Kantons Waadt hat dieses Rufzeichen die Geschichte des Schweizer Amateurfunks durchlaufen. Dieser Artikel zeichnet den ganzen Weg dieses symbolträchtigen Rufzeichens nach und beleuchtet den historischen Kontext des Amateurfunks in der Schweiz, von den ersten Pionieren im Jahr 1911 bis zur modernen Infrastruktur von heute.

Der historische Kontext: Die Anfänge des Amateurfunks in der Schweiz

Die ersten Jahre (1911-1926)

Die Geschichte des Amateurfunks in der Schweiz beginnt um 1911, zu einer Zeit, als die ersten Sendeversuche ohne gesetzliche Grundlage und ohne behördliche Kontrolle stattfanden. Die ersten, inoffiziellen Rufzeichen tauchen auf den Bändern auf und werden von den Operatoren selbst frei gewählt. Es war eine Zeit des reinen Experimentierens, in der die Leidenschaft für die Funkkommunikation Vorrang vor der Regulierung hatte.

Am 1. Januar 1924 tritt ein erstes Gesetz über die Telegrafie und Telefonie in Kraft, das endlich eine offizielle Sendebewilligung einführt. Diese Regelung markiert einen entscheidenden Wendepunkt für den Schweizer Amateurfunk: Aus einem unregulierten Hobby wird ein offiziell anerkannter Dienst.

Wichtiger historischer Meilenstein: Die erste offiziell erteilte Konzession der Schweiz datiert vom 30. April 1926. Heinrich Degler erhält das Rufzeichen H9XA (das später zu HB9A wird) und wird damit der erste lizenzierte Funkamateur des Landes. Später gründet er die USKA (Union Schweizerischer Kurzwellen-Amateure), die nationale Organisation, die die Schweizer Funkamateure noch heute vertritt.

Die Entwicklung der Rufzeichen: Von H9 zu HB9

1929 kommt es zu einer wichtigen Änderung im Kennzeichnungssystem der Schweizer Funkamateure. In diesem Jahr erfolgt der Wechsel der Rufzeichen von H9Xx zu HB9x für Funkamateure (und von H9Rn zu HBRn für Kurzwellenhörer), gemäss dem Internationalen Funktelegrafenvertrag von Washington von 1927. Dieser Vertrag legt auch die für Funkamateure weltweit verfügbaren Frequenzbänder neu fest.

Das Präfix HB: Das Präfix «HB» steht für «Helvetischer Bund» und vertritt offiziell die Schweiz im internationalen System der Amateurfunk-Rufzeichen. Dieses Präfix wird seit 1929 verwendet und gilt bis heute für alle Schweizer Funkamateure.

Zu dieser Zeit zählt die Schweiz nur 10 offiziell lizenzierte Funkamateure, obwohl zahlreiche Hörer aktiv sind. Der Amateurfunk entwickelt sich vor allem in der Westschweiz und insbesondere in Lausanne, das zu einem wahren Zentrum der Innovation im Amateurfunk wird.

Laut einer im T. & R. Bulletin der Radio Society of Great Britain vom August 1929 veröffentlichten Notiz, eingesandt von XHB9MQ: «Die Bedingungen für den Amateurfunkverkehr in unserem Land sind sehr schwierig, da nur sehr wenige Stationen eine offizielle Lizenz besitzen. Unter den Lizenzierten sind HB9D (Zürich), der in Telefonie auf 41.5 Metern arbeitet, HB9F (Lausanne), übrigens eine Frau, sowie HB9Y und HB9G (ebenfalls aus Lausanne) am aktivsten.»

Diese historische Beobachtung zeigt nicht nur die Vorrangstellung Lausannes im Schweizer Amateurfunk der 1920er-Jahre, sondern auch die bemerkenswerte Präsenz einer Funkamateurin zu einer Zeit, in der diese Tätigkeit ganz überwiegend Männersache war.

Die Schweizer Pioniere

Unter den bedeutenden Pionieren des Schweizer Amateurfunks haben mehrere Persönlichkeiten Geschichte geschrieben:

Heinrich Degler (HB9A)

Erster lizenzierter Funkamateur der Schweiz (30. April 1926) und Gründer der USKA. Sein Rufzeichen HB9A ist eines der ältesten und prestigeträchtigsten der Schweiz.

Madeline Moret (HB9F)

Die Lausannerin erhält am 1. Mai 1927 die achte Amateurfunkkonzession. Sie ist zudem eine anerkannte Persönlichkeit der Frauenbewegung in der Schweiz.

HB9D (Zürich)

Pionier der Amateurfunk-Telefonie, ab den 1920er-Jahren auf 41.5 Metern (etwa 7.3 MHz) aktiv.

HB9Y und HB9G (Lausanne)

Unter den aktivsten Stationen der 1920er-Jahre; sie trugen dazu bei, Lausanne zu einem wichtigen Zentrum des Westschweizer Amateurfunks zu machen.

Jacques Brocher (HB9V): Porträt eines Pioniers (1903-1987)

Die Anfänge eines Enthusiasten (1919-1931)

Jacques Brocher, in Funkerkreisen liebevoll «Valentine» genannt, wurde 1903 geboren. 1919, mit erst 16 Jahren, packt ihn das Funkfieber. Er baut seinen ersten Detektorempfänger und empfängt die Zeitzeichen des Eiffelturms mit einer vierdrähtigen, 120 Meter langen Antenne. Diese imposante Antenne zeugt von seiner Entschlossenheit und seinem frühen Erfindergeist.

Von Anfang an beteiligt er sich an zahlreichen praktischen Experimenten im Funkbereich: an den ersten tastenden Sendungen von Radio-Lausanne und an jenen des ersten Senders des Völkerbunds (S.D.N.), der sehr bald, nach seiner Verlegung auf den Flugplatz Cointrin, zum Sender von Radio-Genève wird.

1921: Gründung des Radio-Club Genevois Mit erst 18 Jahren gründet Jacques Brocher den Radio-Club Genevois, der später zum Club HB9G wird. Er wirkt zudem aktiv an der Organisation der ersten Radioausstellung in Genf mit und prägt so die Geschichte des Westschweizer Amateurfunks nachhaltig.

Danach verlässt er Genf und zieht nach Zürich, um dort sein Studium fortzusetzen. Der Funkvirus begleitet ihn, und so baut er an der günstigst ausgerichteten Wand seines Zimmers eine Rahmenantenne, um in seiner Freizeit den Lokalsender Höngg und Sendungen aus anderen Regionen zu hören.

Prüfung und Durchhaltevermögen (1927-1931)

1927 zwingt ihn ein Unfall während der Offiziersschule zu einem über vierjährigen Kuraufenthalt in den Bergen. Diese schwierige Zeit wird zur Chance: Er hat nun Zeit, sich wieder dem Funk und dem «Basteln» zu widmen. Er baut mehrere Rückkopplungsempfänger mit den Röhren A415 und B409.

Nach einigen kurzen Sendeversuchen lernt er schliesslich Morse und vertieft gleichzeitig seine theoretischen Kenntnisse der Funktechnik. Er legt die Amateurfunkprüfung ab und erhält am 1. April 1931 die Konzessionsurkunde und das Rufzeichen HB9V.

Der Ursprung des Spitznamens «Valentine»: Das Suffix «V» seines Rufzeichens HB9V erinnerte an «Valentine», das Lied, das Maurice Chevalier gerade herausgebracht hatte. Dieser Spitzname blieb Jacques Brocher während seiner ganzen Funkerlaufbahn erhalten und wurde ebenso bekannt wie sein Rufzeichen selbst.

Das goldene Zeitalter und das Engagement (1932-1939)

1932, wieder genesen, verlässt er die Berge und kehrt nach Genf zurück. Er nimmt seine Tätigkeit wieder voll auf und verfolgt als offizielle Station die Stratosphärenexpedition von Professor Auguste Piccard, dem berühmten Schweizer Physiker und Forscher.

Im selben Jahr wird er in den leitenden Ausschuss der Société des Émissions de Radio-Genève sowie der Société des Amis de Radio-Genève gewählt.

1933: Gründungspräsident HB9G

Er ergreift die Initiative zur Gründung des Groupement Genevois des Amateurs sur Ondes Courtes, das kurz darauf zur Genfer Sektion der USKA wird, und amtet als dessen erster Präsident.

1933: Action Romande

Auf Anregung von Otto Ess (HB9AE) gründet er die Action Romande pour la Radio aux Aveugles et Invalides nécessiteux (Radio für bedürftige Blinde und Invalide), die er bis 1967 leitet.

1933: Innovation Auto-Radio

Er wirkt sehr aktiv an der Schaffung der Auto-Radio-Rallyes mit, einer Innovation im mobilen Einsatz des Funks.

1934: Zentralpräsident der USKA

Die Generalversammlung der USKA in Basel überträgt ihm das Amt des Zentralpräsidenten der nationalen Organisation.

Er wird zudem Vizepräsident der Fondation de la Maison Genevoise de la Radio und Delegierter beim Radio-Verband, in dessen Vorstand er rasch Einsitz nimmt.

In dieser Zeit führt er seine kühnsten Experimente durch: Funkexpeditionen per Schiff, im Flugzeug, auf Skiern und in den Bergen. In diesem Zusammenhang entwickelt er seinen berühmten tragbaren Transceiver «Lilliput».

Der Transceiver «Lilliput» (1936)

1936 entwirft und baut Jacques Brocher ein bemerkenswertes tragbares Gerät: den Transceiver «Lilliput». Dieses Gerät, beschrieben in der Zeitschrift OLD MAN vom Juni 1936, ist für die damalige Zeit ein technisches Meisterstück. Er nimmt insbesondere am National Mountain Day 1935 teil, einem Pionierereignis der Funkkommunikation in den Bergen.

Der Transceiver Lilliput von Jacques Brocher HB9V (1936)
Der tragbare Transceiver «Lilliput», gebaut von Jacques Brocher (HB9V) im Jahr 1936 - Ein für die damalige Zeit revolutionäres Sende-Empfangsgerät
Technische Merkmale des «Lilliput»: Der Sender «Lilliput» von HB9V ist ein kleines, vollständig geschlossenes Kästchen aus Aluminiumplatten mit schwarzem Schrumpflack. Mit 177 mm Höhe, 135 mm Breite und 88 mm Tiefe steckt er in einer Ledertasche, deren Stärke genau der Innenform entspricht. Der durch den unteren Vorsprung des Geräts frei bleibende Raum diente zur Aufbewahrung des Zubehörs. Das Gesamtgewicht dieser tragbaren QRPP-Station betrug zwei Kilo, einschliesslich Röhre, der sechs Speisebatterien, Antennendraht, Kopfhörer und Taste. Das Ganze wog genau 2 kg 189 Gramm (57 Dezigramm).
Jacques Brocher mit seiner tragbaren Station im Jahr 1936
Jacques Brocher (HB9V) mit seiner tragbaren Station am National Mountain Day 1936

Der «Lilliput» ist ein Transceiver (im damaligen Französisch «transciver»), also eine kombinierte Sende-Empfangs-Schaltung. Diese Bauweise war für die damalige Zeit besonders innovativ und bot eine aussergewöhnliche Mobilität für den Betrieb im Freien und in den Bergen.

Rekorde und bemerkenswerte Verbindungen

Europarekord auf 56 MHz (1936): HB9AO wurde in Darmstadt bei Worms auf 56 m/s gehört. Er berichtet Folgendes: Die zunehmende Sonnenaktivität nutzend, baute er einen empfindlichen Empfänger für 5 Meter und rüstete die Endstufe seines Senders für dieselbe Wellenlänge aus. Ab 50 m/s und 60 m/s wurden zahlreiche Oberwellen gehört, ebenso einige französische Amateure, jedoch ohne ein DX-QSO zustande zu bringen. Über den DASD und die USKA brauchte die Karte von DE21T9T 4 Monate, bis sie HB9AO am 29. Juli 1936 um 1357 qsa 2BT2 erreichte. Die QRB betrug rund 500 km.

HB9V und HB9BW gelangen 1938 aussergewöhnliche Verbindungen, die die bemerkenswerten Fähigkeiten der damaligen tragbaren Geräte belegen. Diese Experimente auf den UKW-Bändern waren für die 1930er-Jahre besonders kühn.

Detailansicht des Transceivers HB9V
Detailansicht des Transceivers «Lilliput» HB9V - Sorgfältige Bauweise, typisch für das Amateurfunk-Handwerk der 1930er-Jahre

Der Krieg und die erzwungene Unterbrechung (1939-1964)

1939: Es ist Krieg. Jacques Brocher befindet sich in derselben Lage wie alle Schweizer Funkamateure. Seine Funkausrüstung wird von den Behörden beschlagnahmt, und während rund 25 Jahren gibt er den Amateurfunk auf. Diese erzwungene Pause ist für einen so begeisterten und aktiven Menschen ein grosses Opfer.

Während dieser langen Abwesenheit von den Bändern bleibt er nicht untätig:

  • 1950: Er interessiert sich für das Fernsehen und präsidiert das Comité Genevois pour la Télévision
  • 1954: Er ist Delegierter in der Eidgenössischen Kommission zur Prüfung der kulturellen Fragen des Fernsehens

Die Rückkehr auf die Bänder (1966-1987)

1966: Der Virus kehrt zurück! Nach einem Vierteljahrhundert Abwesenheit ist Jacques Brocher wieder auf den Bändern aktiv. Er funkt auf 145 MHz (2 Meter) und auf Kurzwelle. Bis Ende November 1987 nimmt er regelmässig am QSO des Cheveux Gris (QSO der Grauhaarigen) teil und findet die Kameradschaft und Leidenschaft wieder, die ihn immer angetrieben hatten.

7. Dezember 1987: Jacques Brocher verlässt uns Unser Freund Jacques Brocher stirbt am 7. Dezember 1987 im Alter von 84 Jahren. Unter Funkamateuren war er besser bekannt unter seinem Rufzeichen HB9V oder, noch besser, unter dem liebevollen Spitznamen «Valentine». Er hinterlässt ein beachtliches Erbe: Gründer des Radio-Club Genevois (späterer HB9G), Zentralpräsident der USKA, technischer Erneuerer und Pionier des tragbaren Amateurfunks.

Im Namen der Genfer Sektion der USKA sowie aller Amateure der Schweiz und der Nachbarländer würdigte ihn Henri Besson (HB9FF) mit bewegenden Worten: «Nach einem überaus aktiven Leben werden wir ihm ein bewegtes und dauerhaftes Andenken bewahren.»

Der Club HB9G und die Abfolge der Präsidenten

Der Club des Radioamateurs Genevois (HB9G) wurde 1934 gegründet und ist bis heute einer der ältesten und angesehensten Amateurfunkclubs der Schweiz. Die Abfolge der Präsidenten des Clubs zeugt von der bemerkenswerten Kontinuität des Amateurfunks in Genf über die Jahrzehnte:

1934 - 1937

Marcel Roesgen (HB9AN) - Erster Gründungspräsident. Pionier des tragbaren Funks, bekannt für seine Station in der Cabane du Carroz bei St-Cergue am ersten National Mountain Day 1935.

1938 - 1939

Jules W. Brun (HB9AM)

1940 - 1941

Ernest Borgstedt (HE9RBZ) - Zeit des Kriegsbeginns

1942

Jacques Brocher (HB9V) - Präsident während des Zweiten Weltkriegs

1943 - 1945

Gérard de Buren (HB9AW) - Kriegsende

1946 - 1960

Henri Besson (HB9FF) - Längste Präsidentschaft des Clubs (14 Jahre)

1961 - 1968

Edouard Maeder (HB9GM)

2016 - 2023

Lars Nef (HB9VBE)

2024

Eric Pampaloni (HB9EOY) - Aktueller Präsident

Die 1930er- und 1940er-Jahre: Innovation und Einschränkungen

Die 1930er-Jahre sind eine Zeit intensiver Innovation im Amateurfunk. Jacques Brocher verkörpert diesen Pioniergeist mit seinen tragbaren Eigenbauten und seinen Experimenten auf den UKW-Bändern. Der Bau tragbarer QRPP-Stationen (sehr kleine Leistung) faszinierte die Funkamateure jener Zeit, denn er ermöglichte Verbindungen über grosse Distanzen mit äusserst bescheidenen Mitteln.

Der Sender «Lilliput» verwendete eine amerikanische Triode vom Typ 30, die sowohl beim Senden als auch beim Empfang mit 30 Volt Anodenspannung arbeitete. Der Anodenstrom beim Senden beträgt genau 2.5 mA, was eine Leistung von fünfundsiebzig Milliwatt ergibt. Trotz dieser winzigen Leistung waren die Ergebnisse bemerkenswert. HB9V und HB9AW stellten mit absoluter Zuverlässigkeit Verbindungen über rund fünfzig Kilometer her.

Technischer Kontext der 1930er-Jahre: Die Funkamateure jener Zeit mussten ihre Geräte selbst bauen. Die Parallelspeisung mit Antennenkopplung nach Oudin-Bourne war eine Spitzentechnik. Die verwendete Röhre (Triode 30) war direkt geheizt, und die Heizung erfolgte über einen kleinen Transformator für Taschenlampen der sogenannt «unzerbrechlichen» Art. Dieser Einfallsreichtum beim Bau mit begrenzten Mitteln kennzeichnete den damaligen Amateurfunk.

Die Kriegsjahre (1940-1945)

Die 1940er-Jahre sind eine entscheidende und schwierige Zeit für den weltweiten Amateurfunk. Während des Zweiten Weltkriegs setzten viele Länder den Amateurfunk aus Gründen der nationalen Sicherheit aus oder regelten ihn streng. In der Schweiz mussten die Funkamateure, obwohl das Land neutral blieb, strenge Regeln für ihre Aussendungen, die erlaubten Frequenzen und den Inhalt ihrer Verbindungen einhalten.

In diesem Kontext erhielt Jacques Brocher das Rufzeichen HB9V und präsidierte den Club HB9G. Die Funkamateure jener Zeit bewiesen grosse Widerstandskraft, hielten ihre Tätigkeit trotz der Einschränkungen aufrecht und trugen teilweise zur Überwachung des Funkverkehrs bei.

Am Ende des Zweiten Weltkriegs werden kurzzeitig Rufzeichen mit HB7 zu Versuchszwecken verwendet. Rund dreissig Stationen nehmen an diesen Tests teil, die die schrittweise Wiederaufnahme des Amateurfunkdienstes nach den Kriegsjahren ermöglichen. Das Präfix HB7 wird 1979 anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums der USKA erneut verwendet: Die Funkamateure durften damals die «9» ihres Rufzeichens vorübergehend durch eine «7» ersetzen.

Interessante historische Anmerkung: Um 1947 werden geheimnisvolle «Fabriklizenzen» mit dem Präfix HB8 erteilt. Diese Lizenzen scheinen an Hersteller von Funkgeräten gegangen zu sein. 1947 zählt man 18 Sendekonzessionen für «Fabrikanten» in der Form HB8Vx, alle in der Deutschschweiz. Im selben Jahr tauchen auch die Rufzeichen HB8Wx auf. 1948 gibt es 184 Amateurlizenzen und 24 HB8-Lizenzen für Hersteller oder Händler von Funkmaterial.

Die Entwicklung des Rufzeichensystems in der Schweiz

Die verschiedenen Rufzeichenkategorien

Das Schweizer System der Amateurfunk-Rufzeichen hat sich im Lauf der Jahrzehnte stark weiterentwickelt, um mit der wachsenden Zahl der Funkamateure und den verschiedenen Lizenzstufen Schritt zu halten. Hier die wichtigsten Kategorien, die es gab oder noch gibt:

HB9x (1929-1932)

Die ersten kurzen Rufzeichen mit einem Buchstaben für die lizenzierten Pioniere. Heute sehr prestigeträchtig und selten.

HB9xx

Rufzeichen mit zwei Buchstaben für Volllizenzen, chronologisch vergeben.

HB9xxx

Heutiges Format für Volllizenzen mit drei Buchstaben. Seit den 1980er-Jahren das Standardformat.

HB3xxx (seit 2000)

«Novice»-Lizenz mit begrenzter Leistung (100W), die den Zugang zu den UKW/UHF-Bändern und zu bestimmten KW-Bändern ermöglicht.

HB4

Den Schweizer Militärstationen vorbehaltenes Präfix.

HE9

Von der USKA an Kurzwellenhörer (SWL) ohne Sendebewilligung vergebene Rufzeichen, die es seit mindestens 1960 gibt.

Die Jahre 1960-1980: Zwei Lizenzstufen

Ab etwa 1967 bestehen in der Schweiz zwei Konzessionsarten nebeneinander, was eine klare Unterscheidung der Funkamateure nach ihren Kenntnissen und Berechtigungen schafft:

Die zwei Konzessionsarten:
  1. Die «volle» Konzession (HB9Axx): Sie erlaubt die Nutzung der Kurzwelle und wird nach einer Funktelegrafistenprüfung erteilt, die zwingend die Beherrschung des Morsecodes umfasst. Diese Lizenz gab Zugang zu allen Amateurfunk-Frequenzbändern.
  2. Die «Techniker»-Konzession (HB9Mxx, später HB9Pxx): Sie erlaubt das Senden nur auf den Bändern VHF (144MHz) und UHF (430MHz), ohne Morseanforderung. Diese Lizenz war leichter zugänglich, aber in Bezug auf die erlaubten Frequenzen eingeschränkt.

In dieser Zeit werden die Rufzeichen streng in alphabetischer Reihenfolge vergeben, sodass sich ihr Ausgabedatum ungefähr bestimmen lässt. So entspricht die Serie HB9Dxx zum Beispiel den 1980er-Jahren. Dieses chronologische System erleichterte es, das relative Dienstalter der Funkamateure zu erkennen.

Modernisierung des Systems (1987 bis heute)

1987 findet mit neuen Betriebs- und Konzessionsvorschriften der PTT (Post-, Telefon- und Telegrafenbetriebe) eine bedeutende Neuorganisation statt. Die Rufzeichen werden nun von einer der 17 regionalen Fernmeldekreisdirektionen (FKD) vergeben, wodurch die Lizenzverwaltung dezentralisiert wird.

Jede Kreisdirektion vergibt die Rufzeichen nach einer bestimmten Logik: Die Buchstaben der ersten Hälfte des Alphabets sind den Volllizenzen (Stufen 1 und 2) vorbehalten, die der zweiten Hälfte den eingeschränkten Lizenzen (Stufen 3 und 4).

1995 übernimmt das BAKOM (Bundesamt für Kommunikation) die Verwaltung der Rufzeichen und wird zur einzigen Aufsichtsbehörde über das Funkfrequenzspektrum in der ganzen Schweiz. Diese Zentralisierung verbessert die Einheitlichkeit und die Effizienz des Vergabesystems.

Grosse Reform von 2003: 2003 wurde die Pflicht zur Beherrschung des Morsecodes für die Amateurfunkprüfung (HB9-Volllizenz) abgeschafft. Dieser historische Entscheid modernisiert den Zugang zum Hobby, gleicht die Schweiz an die internationale Praxis an und ermöglicht neuen Funkamateuren den Zugang zur Kurzwelle ohne Morselernen, während diese traditionelle Fertigkeit allen erhalten bleibt, die sie erwerben möchten.

Sonder- und temporäre Rufzeichen

Im Lauf der Jahre wurden mehrere Sonderpräfixe vorübergehend verwendet, um besondere Ereignisse zu feiern:

  • HB7 (1945 und 1979): Nach dem Krieg für die Tests zur Wiederaufnahme verwendet, dann 1979 zum 50-Jahr-Jubiläum der USKA
  • HB2 (2000): Sonderpräfix zur Feier des Jahrtausendwechsels
  • HE7 (1991): Verwendet zur Feier von 700 Jahren Eidgenossenschaft
  • HE3RSI (2004): Erste Verwendung des Präfixes HE3 für die Aktivierung der RSI-Antenne am Standort Sottens
  • HE1TELE (2005): Den Walliser Funkamateuren für den Téléthon zugeteilt

Die Neuzuteilung von HB9V an den Club der Funkamateure des Kantons Waadt (2025)

Ein historisches Rufzeichen erwacht zu neuem Leben

Nach mehr als acht Jahrzehnten und vermutlich einer langen Zeit der Inaktivität wurde das Rufzeichen HB9V 2025 offiziell den Funkamateuren des Kantons Waadt neu zugeteilt. Diese Neuzuteilung ist ein historischer Moment für den Waadtländer Amateurfunk und schafft eine direkte Verbindung zum Schweizer Amateurfunkerbe.

Offizielle Zuteilung durch das BAKOM: Das Rufzeichen HB9V wurde 2025 vom Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) erhalten. Damit verfügt der Waadtländer Club über ein kurzes und prestigeträchtiges Rufzeichen, das seine wichtige Rolle im Kanton Waadt und in der Westschweizer Amateurfunkgemeinschaft widerspiegelt.

Bedeutung und Symbolik von HB9V

Die Entscheidung, das Rufzeichen HB9V dem Waadtländer Club neu zuzuteilen, ist nicht zufällig und hat mehrere Bedeutungsebenen:

HB9: Volllizenz

Das Präfix HB9 kennzeichnet die Schweiz und steht für eine Volllizenz mit Zugang zu allen Bändern und Berechtigungen.

V: Vaud und Waadtländer

Der Buchstabe «V» erinnert natürlich an den Kanton Waadt (Vaud) und die Waadtländer Funkamateure und schafft eine klare, einprägsame Identität.

Historisches Erbe

Direkte Verbindung mit der Amateurfunkgeschichte seit Jacques Brocher im Jahr 1942, als Erinnerung an 85 Jahre Aktivität.

Einfachheit und Prestige

Ein kurzes Rufzeichen mit nur einem Buchstaben ist selten und prestigeträchtig, leicht zu merken und auf den Bändern gut erkennbar.

Die Infrastruktur von HB9V heute

Mit dem Rufzeichen HB9V baut der Club eine moderne und umfassende Amateurfunkinfrastruktur im Kanton Waadt auf, die sowohl traditionelle Technologien als auch die neuesten digitalen Innovationen umfasst:

  • UKW/UHF-Relais: Relaisstationen für analoge Sprache (FM) und die digitalen Betriebsarten C4FM sowie Wires-X, die die Region Lausanne und ihre Umgebung abdecken
  • YSF-Reflektoren: Yaesu-System-Fusion-Server, die Funkamateure im digitalen Betrieb in der ganzen Schweiz und weltweit verbinden
  • Multiprotokoll-Gateways: XLX- und MMDVM-Systeme, die die Verbindung zwischen verschiedenen digitalen Betriebsarten (DMR, YSF, D-STAR, P25) ermöglichen
  • Technische Website (hb9v.ch): Umfassende Plattform mit ausführlichen Tutorials, Installationsanleitungen und technischer Dokumentation auf Französisch
  • Regelmässige Aktivitäten: Sektions-QSO, verschiedene Anlässe und Ausflüge
Laufende Entwicklung: Die Infrastruktur von HB9V entwickelt sich mit neuen Projekten laufend weiter, darunter der Ausbau der Relaisabdeckung, zusätzliche digitale Gateways und neue erklärende Inhalte, die den Einstieg in den modernen Amateurfunk erleichtern.

Der Waadtländer Amateurfunk: Eine lebendige Tradition

Lausanne, Wiege des Westschweizer Amateurfunks

Es ist wichtig hervorzuheben, dass Lausanne und der Kanton Waadt ab den 1920er-Jahren eine absolut zentrale Rolle in der Entwicklung des Amateurfunks in der Westschweiz spielten. Die Rufzeichen HB9Y, HB9G und HB9F (Madeline Moret) in Lausanne gehörten in den Pionierjahren zu den aktivsten und trugen wesentlich zu den technischen Experimenten und den ersten Weitverbindungen bei.

Diese Tradition der Innovation und technischen Exzellenz lebt heute im Club der Funkamateure des Kantons Waadt unter dem Rufzeichen HB9V weiter. Der Club fördert aktiv den Amateurfunk in der Region, begeistert neue Generationen für das Hobby und unterhält eine hochwertige Infrastruktur im Dienst der Gemeinschaft.

Die Aktivitäten des Clubs HB9V

Der heutige Club HB9V führt den Geist der Pioniere mit einer grossen Vielfalt an Aktivitäten fort, die alle Bereiche des Amateurfunks abdecken:

Ausbildung: Kurse beim Club HB9MM

Der Club HB9V bietet derzeit keine Kurse zur Vorbereitung auf die Prüfungen HB3 und HB9 an. Diese Ausbildungen werden vom Club HB9MM angeboten, der umfassende Kurse mit theoretischen und praktischen Unterlagen für alle Niveaus durchführt.

Technischer Austausch

Erfahrungsaustausch unter Mitgliedern zu Antennen, Ausbreitung, digitalen Betriebsarten, Gerätebau und Fehlerbehebung.

Infrastruktur und Unterhalt

Entwicklung, Unterhalt und laufende Verbesserung der Relais, Reflektoren und digitalen Systeme des Kantons.

Dokumentation auf Französisch

Erstellung ausführlicher technischer Tutorials auf Französisch für Amateurfunksysteme, um den Mangel an französischsprachigen Ressourcen zu beheben.

Anlässe und Contests

Der Club wird an nationalen und internationalen Contests teilnehmen. Organisation von Anlässen und Ausflügen zu Amateurfunkmessen in Europa, insbesondere nach Friedrichshafen, einer der grössten Ham-Radio-Messen der Welt.

Aktive Gemeinschaft

Regelmässige Sektions-QSOs, gesellige Treffen, Erfahrungsaustausch und gegenseitige Hilfe unter Mitgliedern aller Niveaus.

Vollständige Chronologie des Rufzeichens HB9V

Hier die ausführliche Chronologie, die die Entwicklung des Rufzeichens HB9V im grösseren Zusammenhang der Geschichte des Schweizer Amateurfunks nachzeichnet:

1911

Beginn des Amateurfunks in der Schweiz, ohne gesetzlichen Rahmen. Die ersten Experimentatoren wählen ihre Rufzeichen frei.

1924 - 1. Januar

Ein erstes Gesetz über die Telegrafie und Telefonie tritt in Kraft, Einführung offizieller Sendebewilligungen.

1919

Jacques Brocher, 16 Jahre alt, baut seinen ersten Detektorempfänger und empfängt die Zeitzeichen des Eiffelturms

1921

Jacques Brocher gründet den Radio-Club Genevois (späterer HB9G) im Alter von 18 Jahren

1926 - 30. April

Heinrich Degler erhält das erste offizielle Schweizer Rufzeichen: H9XA (später HB9A). Später gründet er die USKA.

1927 - 1. Mai

Madeline Moret erhält die achte Schweizer Konzession mit dem Rufzeichen H9XF (später HB9F) und wird zur Pionierin des Amateurfunks.

1929

Historischer Wechsel der Rufzeichen von H9Xx zu HB9x für die Schweizer Funkamateure. Offizielle Einführung des Präfixes «HB» für den Helvetischen Bund. Die Schweiz zählt 10 lizenzierte Funkamateure.

1931 - 1. April

Jacques Brocher erhält seine Konzessionsurkunde und das Rufzeichen HB9V - «V wie Valentine»

1932

Veröffentlichung der ersten offiziellen Liste mit rund zwanzig HB9x-Rufzeichen. Jacques Brocher verfolgt als offizielle Station die Stratosphärenexpedition von Professor Auguste Piccard.

1933

Jacques Brocher gründet das Groupement Genevois des Amateurs sur Ondes Courtes (spätere Sektion HB9G der USKA) und wird dessen erster Präsident

1934

Jacques Brocher wird an der Generalversammlung in Basel zum Zentralpräsidenten der USKA gewählt

1936

Jacques Brocher baut den tragbaren Transceiver «Lilliput» mit dem Rufzeichen HB9V - Teilnahme am National Mountain Day. Veröffentlichung in OLD MAN.

1938

Bemerkenswerte Verbindungen von HB9V und HB9BW auf den UKW-Bändern

1942

Jacques Brocher (HB9V) wird Präsident des Clubs HB9G - Präsidentschaft mitten im Zweiten Weltkrieg

1939

Beginn des Zweiten Weltkriegs. Die Funkausrüstung von Jacques Brocher wird beschlagnahmt, wie die aller Schweizer Funkamateure.

1945

Ende des Zweiten Weltkriegs. Vorübergehende Verwendung des Präfixes HB7 für die Tests zur Wiederaufnahme des Amateurfunks (rund 30 Stationen nehmen teil).

1947

Vergabe der geheimnisvollen «Fabriklizenzen» mit dem Präfix HB8. Man zählt 18 HB8Vx-Konzessionen, alle in der Deutschschweiz.

1950

Jacques Brocher interessiert sich für das Fernsehen und präsidiert das Comité Genevois pour la Télévision

1954

Delegierter in der Eidgenössischen Kommission zur Prüfung der kulturellen Fragen des Fernsehens

1966

Jacques Brocher nimmt den Amateurfunk wieder auf, nach 25 Jahren Unterbruch. Er funkt auf 145 MHz und auf Kurzwelle.

1967

Einführung der zwei Konzessionsarten: voll (HB9Axx mit Morse) und Techniker (HB9Mxx, später HB9Pxx, nur VHF/UHF).

1979

50-Jahr-Jubiläum der USKA: Sonderverwendung des Präfixes HB7 (die Funkamateure dürfen die «9» ihres Rufzeichens durch eine «7» ersetzen).

1987 - 7. Dezember

Tod von Jacques Brocher (HB9V) im Alter von 84 Jahren - Nach einem Leben im Dienst des Amateurfunks und der technischen Innovation

1987

Grosse Neuorganisation der Rufzeichenvergabe. Vergabe durch die 17 regionalen Fernmeldekreisdirektionen (FKD).

1991

700 Jahre Eidgenossenschaft: Sonderverwendung des Präfixes HE7.

1995

Das BAKOM (Bundesamt für Kommunikation) übernimmt die zentrale Verwaltung der Rufzeichen für die ganze Schweiz.

2000

Einführung der «Novice»-Lizenz HB3xxx mit begrenzter Leistung (100W), die den Einstieg in den Amateurfunk erleichtert. Verwendung des Präfixes HB2 zur Feier des Jahrtausendwechsels.

2003

Historische Abschaffung der Morsepflicht für die HB9-Volllizenz, womit die Schweiz der modernen internationalen Praxis folgt.

2025

Offizielle Neuzuteilung des Rufzeichens HB9V an den Club der Funkamateure des Kantons Waadt durch das BAKOM - Nach 89 Jahren erwacht das Rufzeichen zu neuem Leben und führt sein historisches Erbe fort.

Fazit: Ein lebendiges Erbe

Die Geschichte des Rufzeichens HB9V ist eng mit der Entwicklung des Amateurfunks in der Schweiz verbunden und spiegelt über hundert Jahre Leidenschaft für Funk und Kommunikation wider. Von Jacques Brocher, der 1936 seinen Transceiver «Lilliput» baute und 1942 mitten im Zweiten Weltkrieg den Club HB9G präsidierte, bis zur Neuzuteilung an den Club der Funkamateure des Kantons Waadt im Jahr 2025 verkörpert dieses Rufzeichen fast neun Jahrzehnte technischer Innovation, Kameradschaft und Erkundung der Möglichkeiten der Funkwellen.

Dieser historische Weg erinnert uns daran, dass der Amateurfunk immer eine widerstandsfähige Tätigkeit war, die sich an technologische Veränderungen, regulatorische Entwicklungen und die Herausforderungen jeder Epoche anpassen konnte. Von den ersten Pionieren, die in den 1920er-Jahren ihre Röhrensender bauten, bis zu den modernen Funkamateuren, die anspruchsvolle digitale Betriebsarten und Satellitenverbindungen erkunden, ist der Geist des Experimentierens und Entdeckens unverändert geblieben.

Der Pioniergeist lebt weiter: Wie die ersten Schweizer Funkamateure der 1920er-Jahre, die mit selbst gebauten Geräten experimentierten, oft ohne überhaupt eine offizielle Lizenz zu besitzen, erkunden die Mitglieder des Clubs HB9V heute neue Technologien, teilen ihr Wissen grosszügig und verschieben die Grenzen der Funkkommunikation. Diese Kontinuität in Innovation und gegenseitiger Hilfe macht das Wesen des Amateurfunks aus.

Heute ist HB9V weit mehr als ein technisches Rufzeichen. Es ist ein Symbol des Waadtländer und Schweizer Amateurfunkerbes, eine Brücke zwischen den Pionieren von gestern und den Erneuerern von morgen. Es ist auch eine aktive, offene und dynamische Gemeinschaft, die das technische Experimentieren, das lebenslange Lernen, den internationalen Austausch und die Werte des Teilens fördert, die den Amateurfunk seit seinen Anfängen prägen.

Der Kanton Waadt und insbesondere Lausanne, das bereits in den 1920er-Jahren mit Pionieren wie Madeline Moret (HB9F) ein Nervenzentrum des Schweizer Amateurfunks war, hält diese Tradition der Exzellenz aufrecht. Die moderne Infrastruktur, die HB9V seit 2025 aufbaut, mit analogen und digitalen Relais, YSF-Reflektoren, Multiprotokoll-Gateways und hochwertiger technischer Dokumentation, zeugt von dieser Kontinuität in der Innovation.

Das Rufzeichen HB9V wird sich mit der Zeit weiterentwickeln, die Technologien der Zukunft aufnehmen und dabei den Geist der Innovation, der Kameradschaft und des Dienstes bewahren, der den Amateurfunk immer ausgezeichnet hat. Ob Sie ein erfahrener Funkamateur sind, der zu seinen Wurzeln zurückfinden möchte, ein Technikbegeisterter, den die Funkkommunikation reizt, oder einfach neugierig auf dieses faszinierende Hobby: Die Geschichte von HB9V lädt Sie ein, die Magie der Funkwellen zu entdecken oder wiederzuentdecken.

Für die neuen Generationen von Funkamateuren bietet HB9V die einzigartige Gelegenheit, sich in eine hundertjährige Tradition einzureihen und gleichzeitig an der Zukunft der Kommunikation mitzuwirken. In einer Welt, die immer stärker über das Internet und digitale Technologien vernetzt ist, bietet der Amateurfunk eine einzigartige Alternative: die Möglichkeit, direkt und ohne zwischengeschaltete Infrastruktur zu kommunizieren und dabei die natürlichen Phänomene der Wellenausbreitung zu nutzen, um Verbindungen über Kontinente und Ozeane hinweg herzustellen.

Ressourcen und Referenzen

Weiterführende Informationen

Wenn dieser Artikel Ihr Interesse an der Geschichte des Amateurfunks oder am Hobby selbst geweckt hat, finden Sie hier einige nützliche Ressourcen:

  • Offizielle Website HB9V: hb9v.ch - Ausführliche technische Tutorials, Informationen über den Club, Aktivitätenkalender
  • BAKOM: Bundesamt für Kommunikation - Schweizer Vorschriften, Informationen zu den Prüfungen, Bandplan
  • USKA: Union Schweizerischer Kurzwellen-Amateure - Nationale Organisation, Vorbereitungskurse, technische Zeitschrift
  • Historische Archive: T. & R. Bulletin der Radio Society of Great Britain (Archive der Jahre 1920-1930)

Wie wird man Funkamateur in der Schweiz?

Wenn dieser Artikel Ihnen Lust gemacht hat, der Amateurfunkgemeinschaft beizutreten und diese Geschichte mitzuschreiben, finden Sie hier die Schritte zu Ihrem eigenen Rufzeichen:

Der Weg zum Funkamateur:
  1. Nehmen Sie Kontakt mit einem lokalen Club auf: Wenden Sie sich an den Club HB9V für den Kanton Waadt oder an einen anderen Club in Ihrer Region. Die Clubs organisieren regelmässig Tage der offenen Tür und Vorführungen.
  2. Besuchen Sie Vorbereitungskurse: Nehmen Sie an den Kursen der USKA oder regionaler Clubs teil. Diese Ausbildungen behandeln Elektrotechnik, Vorschriften, Funktechnik und Betriebsabläufe.
  3. Wählen Sie Ihre Lizenzstufe: Einsteigerlizenz HB3 (100W) für den Anfang oder direkt die CEPT-Lizenz HB9 (1000W), wenn Sie von Beginn an alle Berechtigungen möchten.
  4. Legen Sie die BAKOM-Prüfung ab: Die Prüfung findet in Biel statt und umfasst technische und rechtliche Kenntnisse. Seit 2003 ist keine Morseprüfung mehr erforderlich.
  5. Erhalten Sie Ihr persönliches Rufzeichen: Nach bestandener Prüfung teilt Ihnen das BAKOM Ihr eigenes Rufzeichen zu (HB3xxx oder HB9xxx, je nach Lizenz).
  6. Starten Sie Ihre QSOs: Wagen Sie das Abenteuer! Nehmen Sie Kontakt mit anderen Funkamateuren auf, beteiligen Sie sich an den Aktivitäten des Clubs und experimentieren Sie mit verschiedenen Betriebsarten und Frequenzbändern.
Gut zu wissen für künftige Funkamateure: Um Funkamateur zu werden, braucht es keine technische Vorbildung. Motivation und Begeisterung für den Funk sind die einzigen echten Voraussetzungen. Viele heutige Funkamateure hatten anfangs keinerlei technische Ausbildung und haben alles dank Kursen, Praxis und der Unterstützung der Gemeinschaft gelernt. Der Amateurfunk steht allen Altersgruppen offen, vom Teenager bis zum Pensionierten, und allen Berufen. Was zählt, ist die Lust zu lernen und zu kommunizieren!
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