📡 Yagi-Antenne: der vollständige Leitfaden für Funkamateure
Von der Theorie zur Praxis: alles über die beliebteste Richtantenne
Die Yagi-Uda-Antenne ist die Richtantenne schlechthin für Funkamateure. Von KW bis UHF bietet sie hohen Gewinn, einen zugänglichen Aufbau und bemerkenswerte Leistungen. Dieser Leitfaden begleitet Sie von der grundlegenden Theorie bis zu praktischen Empfehlungen, um Ihre Yagi auszuwählen, zu bauen oder zu kaufen.
📚 Geschichte und Prinzip der Yagi-Antenne
Die Yagi-Uda-Antenne wurde 1926 vom japanischen Professor Shintaro Uda an der Kaiserlichen Universität Tohoku erfunden und danach von seinem Kollegen Hidetsugu Yagi, der die Arbeiten auf Englisch veröffentlichte, international bekannt gemacht. Obwohl der korrekte Name «Yagi-Uda» lautet, hat sich im Sprachgebrauch «Yagi» durchgesetzt.
Das Grundprinzip beruht auf der elektromagnetischen Wechselwirkung zwischen mehreren parallelen leitenden Elementen. Nur ein Element ist mit der Speiseleitung verbunden (das aktive oder gespeiste Element), während die übrigen Elemente als parasitäre Elemente wirken: Sie nehmen die abgestrahlte Energie auf und strahlen sie mit kontrollierter Phasenverschiebung wieder ab, wodurch in einer bevorzugten Richtung eine konstruktive Interferenz entsteht.
🔧 Aufbau einer Yagi-Antenne
Eine Yagi-Antenne besteht aus drei Arten von Elementen, die parallel auf einem Träger, dem sogenannten Boom, angeordnet sind:
Aktives Element (Driven Element)
Es ist das einzige Element, das mit dem Koaxialkabel verbunden ist. Meist handelt es sich um einen Dipol (etwa λ/2), gestreckt oder gefaltet (Faltdipol). Er wandelt das elektrische Signal in eine Funkwelle um (und beim Empfang umgekehrt).
Reflektor (Reflector)
Er sitzt hinter dem aktiven Element und ist etwas länger (rund 5% länger als das gespeiste Element). Er reflektiert die Energie nach vorne und verbessert so Gewinn und Vor-Rück-Verhältnis. Eine Yagi hat in der Regel nur einen Reflektor.
Direktoren (Directors)
Sie sitzen vor dem aktiven Element und sind schrittweise kürzer (rund 5% kürzer). Jeder zusätzliche Direktor erhöht den Gewinn und bündelt die Strahlungskeule stärker. Es können 1 bis über 20 sein.
Boom (Träger)
Das horizontale Rohr, das alle Elemente trägt. Es kann aus Aluminium, Glasfaser oder sogar Holz bestehen. Sein Querschnitt (rund oder quadratisch) und sein Durchmesser beeinflussen die Abmessungen der Elemente leicht.
Abbildung 1: Schema einer 3-Element-Yagi-Antenne (Reflektor + gespeistes Element + Direktor)
📊 Wichtige Kenngrössen einer Yagi-Antenne
Um eine Yagi-Antenne richtig auszuwählen oder zu entwerfen, muss man ihre grundlegenden Kenngrössen verstehen:
Gewinn (dBi / dBd)
Der Gewinn misst die Fähigkeit der Antenne, die Energie in eine Richtung zu bündeln. Er wird in dBi (bezogen auf einen isotropen Strahler) oder in dBd (bezogen auf einen Dipol) angegeben. Der Zusammenhang ist einfach:
Der Gewinn steigt mit der Zahl der Elemente, allerdings logarithmisch: Die ersten Direktoren bringen viel, die weiteren immer weniger.
| Anzahl Elemente | Typischer Gewinn (dBd) | Typischer Gewinn (dBi) | Boomlänge |
|---|---|---|---|
| 2 (Reflektor + gespeistes Element) | 3-4 dBd | 5.1-6.1 dBi | ≈ 0.15 - 0.20λ |
| 3 | 5-6 dBd | 7.1-8.1 dBi | ≈ 0.30 - 0.40λ |
| 5 | 7-9 dBd | 9.1-11.1 dBi | ≈ 0.80 - 1.2λ |
| 7 | 9-11 dBd | 11.1-13.1 dBi | ≈ 1.5 - 2.0λ |
| 10+ | 11-14 dBd | 13.1 - 16.1 dBi | ≈ 2.5 - 4.0λ |
Vor-Rück-Verhältnis (F/B)
Das Vor-Rück-Verhältnis (Front-to-Back, F/B) gibt an, wie viele dB Unterschied zwischen der Abstrahlung nach vorne und nach hinten bestehen. Ein gutes F/B (> 20 dB) erlaubt es, Störsignale von hinten auszublenden, was auf VHF/UHF zur Vermeidung von Interferenzen sehr nützlich ist.
Impedanz und SWR
Die Impedanz am Speisepunkt einer Yagi hängt von der Konstruktion ab. Ein gestreckter Dipol ergibt etwa 20-30 Ω, was ein Anpassungssystem (Balun, Gamma Match, Hairpin Match) erfordert, um die üblichen 50 Ω des Koaxialkabels zu erreichen. Ein Folded Dipole (Faltdipol) ergibt eine höhere Impedanz (~200-300 Ω), die mit einem 4:1-Balun auf 50 Ω gebracht wird.
Bandbreite
Die Bandbreite einer Yagi ist der Frequenzbereich, in dem das SWR akzeptabel bleibt. Yagis mit wenigen Elementen haben in der Regel eine grössere Bandbreite. Lange Yagis (viele Elemente) haben mehr Gewinn, aber eine geringere Bandbreite, ein wichtiger Punkt bei breiten KW-Bändern wie dem 10-m-Band.
Öffnungswinkel
Der Öffnungswinkel (oder Beamwidth) bei -3 dB bestimmt die Breite der Hauptkeule. Je höher der Gewinn, desto schmaler der Winkel. Für DX-Verbindungen ist eine schmale Keule erwünscht, für den lokalen Betrieb ist ein breiterer Winkel vorzuziehen.
📐 Formeln zur Dimensionierung
Die Abmessungen einer Yagi-Antenne hängen direkt von der Wellenlänge (λ) der Betriebsfrequenz ab. Hier die grundlegenden Formeln:
Reflektor ≈ 0.495 × λ Strahler ≈ 0.473 × λ Direktor 1 ≈ 0.440 × λ Direktor 2 ≈ 0.435 × λ Direktor 3 ≈ 0.430 × λ
Abstand Reflektor-Strahler ≈ 0.20 × λ Abstand Strahler-Direktor ≈ 0.15 × λ Abstand zwischen Direktoren ≈ 0.20 - 0.30 × λ
Beispiele berechneter Abmessungen
| Band | Mittenfrequenz | λ | Reflektor | Strahler | Direktor 1 |
|---|---|---|---|---|---|
| 10 m | 28.5 MHz | 10.53 m | 5.21 m | 4.98 m | 4.63 m |
| 6 m | 50.15 MHz | 5.98 m | 2.96 m | 2.83 m | 2.63 m |
| 2 m | 145.0 MHz | 2.07 m | 1.02 m | 0.98 m | 0.91 m |
| 70 cm | 435.0 MHz | 0.69 m | 34.1 cm | 32.6 cm | 30.3 cm |
| 23 cm | 1296.0 MHz | 23.1 cm | 11.5 cm | 10.9 cm | 10.2 cm |
📻 Arten von Yagi-Antennen
Monoband-Yagi
Die Monoband-Yagi ist für ein einziges Frequenzband optimiert. Sie bietet die beste Leistung bei Gewinn, F/B-Verhältnis und Bandbreite. Sie ist die ideale Wahl, wenn Sie hauptsächlich auf einem bestimmten Band funken.
Multiband-Yagi (Triband)
Triband-Yagis decken typischerweise die Bänder 20 m, 15 m und 10 m ab (14, 21 und 28 MHz). Sie verwenden Elemente mit Sperrkreisen (trapped elements) oder verschachtelte Elemente. Der Kompromiss ist eine etwas geringere Bandbreite und ein etwas kleinerer Gewinn als bei einer Monoband-Antenne, dafür muss man nur eine einzige Antenne montieren.
Logarithmisch-periodische Yagi (LPDA)
Obwohl sie sich technisch von einer reinen Yagi unterscheidet, wird die LPDA (Log-Periodic Dipole Array) oft mit ihr verglichen. Sie deckt einen sehr breiten Frequenzbereich mit mässigem, gleichbleibendem Gewinn ab. Ideal für Funkamateure, die alle KW-Bänder mit einer einzigen Antenne abdecken möchten.
Gekreuzte Yagi (X-Yagi)
Die gekreuzte Yagi wird hauptsächlich für Satellitenfunk und EME-Betrieb (Erde-Mond-Erde) verwendet. Sie kombiniert zwei rechtwinklig zueinander stehende Yagis zu einer zirkularen Polarisation, die unerlässlich ist, um die Faraday-Drehung der Signale beim Durchgang durch die Ionosphäre auszugleichen.
Breitband-Yagi (OWA)
OWA-Designs (Optimized Wideband Array) verwenden speziell berechnete Abstände und Elementmasse, um über das ganze Band direkt eine Impedanz von 50 Ω zu bieten, ohne Anpassungssystem. Eine ausgezeichnete Wahl für die VHF/UHF-Bänder.
🔨 Eine Yagi-Antenne selbst bauen
Der Bau einer Yagi-Antenne ist ein lohnendes Projekt, das jedem Funkamateur offensteht. Hier die Schritte und Tipps für einen erfolgreichen Selbstbau.
Benötigtes Material
- Elemente: Aluminiumrohr oder -stab 6061-T6, Durchmesser 6-12 mm (VHF) oder 12-25 mm (KW)
- Boom: Vierkant- oder Rundrohr aus Aluminium, Querschnitt 20-30 mm (VHF) oder 40-50 mm (KW)
- Isolatoren: Blöcke aus Polyethylen, HDPE oder Delrin, um den Strahler vom Boom zu isolieren
- Stecker: SO-239 oder N-Buchse (empfohlen auf UHF), am Speisepunkt montiert
- Kleinteile: Schrauben und Muttern aus Edelstahl (A2/A4), Befestigungsschellen, Unterlegscheiben
- Koaxialkabel: RG-213 (KW) oder Aircom/Ecoflex (VHF/UHF) mit 50 Ω Impedanz
- Balun oder Anpassungssystem: Gamma Match, Hairpin Match oder Balun, je nach Design
Bauschritte
- Ein bewährtes Design wählen: Fangen Sie nicht bei null an! Verwenden Sie ein veröffentlichtes Design (DK7ZB, G0KSC, WA5VJB) oder eines, das mit einer NEC-Software simuliert wurde. Notieren Sie die genauen Masse für Ihren Elementdurchmesser.
- Elemente zuschneiden: Schneiden Sie die Aluminiumrohre auf die exakten Masse zu. Entgraten Sie die Enden. Geben Sie 1-2 mm Reserve dazu, die Sie beim Abgleich anpassen können.
- Boom vorbereiten: Markieren Sie die Position jedes Elements genau auf dem Boom. Bohren Sie die Befestigungslöcher und achten Sie darauf, dass die Elemente genau rechtwinklig sitzen.
- Parasitäre Elemente montieren: Befestigen Sie Reflektor und Direktoren. Diese Elemente dürfen elektrisch mit dem Boom verbunden sein, wenn dieser leitend ist (das ist Teil der NEC-Berechnung).
- Strahler montieren: Montieren Sie den Strahler mit seinem Isolator. Bringen Sie die Koaxbuchse und das Anpassungssystem an (Gamma Match, Hairpin usw.).
- Antenne abgleichen: Messen Sie mit einem Antennenanalysator (NanoVNA, RigExpert) das SWR und passen Sie die Länge des Strahlers und des Anpassungssystems an, bis das SWR auf der gewünschten Frequenz minimal ist.
- Abdichten: Schützen Sie alle Verbindungen mit selbstverschweissendem Band und/oder Silikondichtmasse. Tragen Sie Kontaktfett auf die Aluminiumbefestigungen auf, um galvanischer Korrosion vorzubeugen.
Empfohlene Simulationssoftware
| Software | Plattform | Preis | Beschreibung |
|---|---|---|---|
| MMANA-GAL | Windows | Kostenlos | Ideal für den Einstieg, intuitive Oberfläche, integrierter Optimierer |
| 4nec2 | Windows | Kostenlos | Basiert auf NEC-2, sehr leistungsfähig, 3D-Darstellung der Diagramme |
| EZNEC | Windows | Kostenpflichtig (~89 USD) | Referenz für Funkamateure, präzise, ausgezeichnete Dokumentation |
| EZNEC Demo | Windows | Kostenlos | Auf 20 Segmente beschränkte Version, reicht für einfache Yagis |
| YagiCAD | Windows | Kostenlos | Auf Yagis spezialisiert, schnelle Berechnung, Bibliothek mit Designs |
| xnec2c | Linux | Kostenlos | NEC-2-Portierung für Linux, GTK-Oberfläche, Darstellung in Echtzeit |
⚡ Systeme zur Impedanzanpassung
Die Impedanz einer Yagi-Antenne am Speisepunkt beträgt selten 50 Ω. Hier die wichtigsten Methoden zur Impedanzanpassung:
Gamma Match
Ein paralleler Leiter, der mit dem Boom verbunden ist und über einen Drehkondensator an einem Punkt des Strahlers angeschlossen wird. Robuste und abstimmbare Lösung, sehr verbreitet bei kommerziellen KW-Yagis. Erlaubt die Anpassung von Impedanzen von 15-30 Ω auf 50 Ω.
Hairpin Match (Beta Match)
Ein U-förmiger Kurzschlussbügel (Hairpin), der an den Klemmen des geteilten Dipols angeschlossen ist. Einfach, wirksam und ohne bewegliche Teile. Bei vielen modernen kommerziellen Yagis eingesetzt (Cushcraft, M2).
Balun 4:1 + Folded Dipole
Der Faltdipol bietet eine Impedanz von etwa 200-300 Ω, die mit einem 4:1-Balun auf 50 Ω gebracht wird. Grosse Bandbreite und ausgezeichnete Symmetrie. Beliebt auf VHF/UHF.
Viertelwelle 75 Ω (DK7ZB)
Ein λ/4 langes Stück 75-Ω-Koaxialkabel transformiert die Impedanz von ~28 Ω auf ~200 Ω... Nein: Es transformiert 28 Ω auf 200 Ω, wenn es 75-Ω-Kabel ist. Tatsächlich gilt: Z_out = Z_cable² / Z_in = 75²/112.5 = 50 Ω für eine Yagi mit 112.5 Ω. Die DK7ZB-Methode verwendet ein 28-Ω-Design mit 37.5-Ω-Kabel oder einem angepassten Verhältnis. Eine elegante und verlustfreie Lösung für VHF-Yagis.
🏗️ Installation und Inbetriebnahme
Montagehöhe
Die Höhe einer Yagi-Antenne über Grund beeinflusst direkt ihren Abstrahlwinkel (take-off angle). Für DX (grosse Entfernungen) sucht man einen flachen Winkel:
| Höhe (in λ) | Hauptabstrahlwinkel | Empfohlener Einsatz |
|---|---|---|
| 0.25λ (Viertelwelle) | ~45° | Regionale Verbindungen / NVIS |
| 0.5λ (Halbwelle) | ~30° | Allgemeiner Einsatz, guter Kompromiss |
| 1.0λ (eine Wellenlänge) | ~15° | Weitverbindungen (DX) |
| 1.5λ oder mehr | ~10° oder weniger | Optimal für DX, Contest |
Der Antennenrotor
Um die Richtwirkung einer Yagi voll auszunutzen, ist ein Rotor (Antennendrehmotor) unverzichtbar. Mit ihm lässt sich die Antenne in die gewünschte Richtung drehen.
| Modell | Drehmoment | Verwendung | Richtpreis |
|---|---|---|---|
| Yaesu G-450C | 450 kg·cm | Leichte VHF/UHF-Yagis, kleine KW-Antennen | ~450 CHF |
| Yaesu G-650C | 650 kg·cm | Mittelgrosse Triband-Yagis | ~550 CHF |
| Yaesu G-1000DXC | 1000 kg·cm | Triband-Yagis, VHF-Stacks | ~750 CHF |
| Yaesu G-2800DXC | 2800 kg·cm | Grosse KW-Yagis, Arrays | ~1'500 CHF |
| Prosistel D | Variabel | Italienische Herstellung, sehr robust | ~800-2'000 CHF |
Koaxialverkabelung
Die Wahl des Koaxialkabels ist entscheidend, vor allem auf VHF/UHF, wo die Verluste erheblich sind:
| Kabel | Dämpfung bei 145 MHz (/100m) | Dämpfung bei 435 MHz (/100m) | Verwendung |
|---|---|---|---|
| RG-58 | 15.5 dB | 28.5 dB | Nur kurze Verbindungen (<5 m) |
| RG-213 | 7.8 dB | 14.5 dB | KW, VHF auf kurze Distanz |
| Aircell 7 | 5.9 dB | 10.8 dB | VHF/UHF, guter Kompromiss |
| Ecoflex 10 | 3.6 dB | 6.5 dB | VHF/UHF, ausgezeichnete Wahl |
| Ecoflex 15 | 2.4 dB | 4.3 dB | Lange Kabelwege, Contest |
| Aircom Plus | 3.2 dB | 5.8 dB | VHF/UHF, sehr leistungsfähig |
🛒 Empfohlene kommerzielle Modelle
Hier eine Auswahl beliebter und bewährter kommerzieller Yagi-Antennen, die in Europa erhältlich sind:
KW-Yagis (Triband und Monoband)
| Modell | Bänder | Elemente | Gewinn | Boom | Richtpreis |
|---|---|---|---|---|---|
| Mosley TA-33-M | 20/15/10 m | 3 | 8 dBi | 3.7 m | ~600 CHF |
| Cushcraft A3S | 20/15/10 m | 3 | 8 dBi | 4.3 m | ~650 CHF |
| Hygain TH-3MK4 | 20/15/10 m | 3 | 8.5 dBi | 4.3 m | ~800 CHF |
| Optibeam OB9-5 | 20/15/10 m | 9 (5 Bänder) | 9-11 dBi | 6.2 m | ~2'500 CHF |
| SteppIR DB18E | 20-6 m (durchgehend) | 3 | 7-10 dBi | 5.5 m | ~3'000 CHF |
VHF-Yagis (2 Meter: 144 MHz)
| Modell | Elemente | Gewinn | Boom | Richtpreis |
|---|---|---|---|---|
| DK7ZB 5 él. 28Ω | 5 | 9.2 dBd | 2.55 m | Selbstbau (~50 CHF) |
| Tonna 20809 | 9 | 13.0 dBd | 3.10 m | ~120 CHF |
| Wimo X-Quad 2m | 2×8 | 11.6 dBd | 3.70 m | ~250 CHF |
| InnovAntennas LFA 8 | 8 | 12.0 dBd | 4.00 m | ~350 CHF |
| FlexaYagi FA144-10 | 10 | 13.5 dBd | 5.65 m | ~200 CHF |
UHF-Yagis (70 cm: 432 MHz)
| Modell | Elemente | Gewinn | Boom | Richtpreis |
|---|---|---|---|---|
| DK7ZB 9 él. 28Ω | 9 | 12.0 dBd | 1.50 m | Selbstbau (~30 CHF) |
| Tonna 20919 | 19 | 16.0 dBd | 2.80 m | ~110 CHF |
| Diamond A430S10 | 10 | 13.1 dBd | 1.86 m | ~100 CHF |
| M2 436CP30 | 30 | 17.5 dBd | 5.50 m | ~500 CHF |
🎯 Praktische Anwendungen
DX HF
Eine Triband-Antenne auf einem Gittermast ist die klassische Konfiguration für DX-Betrieb auf 20/15/10 m. Mit 3 Elementen in 15 m Höhe ist die ganze Welt erreichbar.
Contest
Im Contest machen Gewinn und Richtwirkung den Unterschied. Contest-Stationen verwenden oft Yagi-Stacks (2 oder 4 übereinander gestockte Antennen), um das Signal zu maximieren.
Satellit & EME
Gekreuzte VHF/UHF-Yagis sind ideal für den Satellitenbetrieb (ISS, QO-100) und für Erde-Mond-Erde-Verbindungen mit langen Yagis mit hohem Gewinn.
VHF/UHF-DX
Auf VHF lassen sich mit einer horizontalen Yagi troposphärische Ausbreitung, Reflexionen an Flugzeugen und Meteoren sowie Sporadic-E-Öffnungen nutzen.
APRS & Packet
Eine kleine 3-Element-Yagi eignet sich perfekt für eine gerichtete APRS-Gateway-Station (iGate) auf 144.800 MHz, mit grösserer Reichweite als eine Rundstrahlantenne.
Portabel & SOTA
Leichte, zerlegbare Yagis (3-5 Elemente, 2 m) sind bei SOTA-Aktivierungen sehr beliebt. Sie lassen sich im Gebirge leicht transportieren und bieten einen spürbaren Gewinn.
🏔️ Portable Yagi: SOTA und Aktivierungen in den Bergen
SOTA-Aktivierungen (Summits On The Air) sind in der Schweiz mit ihren zahlreichen gelisteten Gipfeln sehr beliebt. Eine leichte VHF-Yagi ist dafür eine ausgezeichnete Wahl.
Kriterien für eine portable Yagi
Geringes Gewicht
Weniger als 1 kg für die komplette Yagi. Bevorzugen Sie Elemente aus dünnem Aluminium (6 mm) oder Teleskopstäbe. Der Boom kann aus Glasfaser oder leichtem Alurohr bestehen.
Zerlegbar / Faltbar
Die Antenne muss in einen Rucksack passen. Geschraubte oder gesteckte Elemente sind in wenigen Minuten montiert. Manche Modelle verwenden ein Metallmassband (Tape Measure Yagi).
Robust
In den Bergen kann der Wind heftig sein. Wählen Sie lieber eine kompakte 3-5-Element-Yagi als eine lange, empfindliche Yagi. Einfachheit ist Trumpf.
Ausreichende Leistung
3 Elemente = ~5.5 dBd Gewinn, von einem Gipfel aus völlig ausreichend. Die Höhe gleicht den fehlenden Gewinn gegenüber einer grösseren Yagi bei weitem aus.
🇨🇭 Schweizer Kontext: Yagi-Antennen und Vorschriften
In der Schweiz unterliegt die Installation von Aussenantennen mehreren Vorschriften, die man kennen sollte:
BAKOM-Vorschriften
Das BAKOM (Bundesamt für Kommunikation) erteilt die Amateurfunkkonzessionen (HB9 und HB3). Die maximal zulässige Leistung beträgt 1000 W PEP für HB9-Lizenzen (CEPT), was für den Betrieb einer Yagi mehr als ausreicht. HB3-Lizenzen (Einsteiger) sind auf 100 W beschränkt.
Baubewilligung
Für die Installation eines Gittermasts und von Richtantennen ist in der Regel eine kommunale Baubewilligung nötig. Die Kriterien sind von Gemeinde zu Gemeinde verschieden, folgende Punkte werden aber meist geprüft:
- Masthöhe: In Wohnzonen oft auf 6-10 m begrenzt
- Einordnung ins Landschaftsbild: Die Gemeinden können Farben oder maximale Höhen vorschreiben
- Denkmalschutz: Zusätzliche Einschränkungen in historischen oder geschützten Zonen
- NISV-Grenzwerte: Die Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung legt Grenzwerte fest
- Nachbarrecht: Nachbarn können während der öffentlichen Auflage Einsprache erheben
SOTA-Gipfel in der Schweiz
Die Schweiz ist ein Paradies für SOTA-Aktivierungen mit über 1'800 gelisteten Gipfeln in der Assoziation HB/HB0. Portable Yagis für 2 m und 70 cm werden bei diesen Aktivierungen häufig eingesetzt und ermöglichen Verbindungen durch die ganze Schweiz und in die Nachbarländer, von Graten und Alpengipfeln aus.
Clubs und lokale Ressourcen
| Ressource | Beschreibung | Link |
|---|---|---|
| HB9V | Funkamateure des Kantons Waadt, Aktivitäten, gegenseitige Hilfe | hb9v.ch |
| USKA | Nationaler Verband, Interessenvertretung, Rechtsberatung zu Antennen | uska.ch |
| BAKOM | Bundesbehörde, Konzessionen, Prüfungen, Vorschriften | bakom.admin.ch |
| SOTA HB | Verzeichnis der Schweizer Gipfel für Portabel-Aktivierungen | sotadata.org.uk |
| Phonicom | Schweizer Amateurfunkgeschäft, Antennen, Kabel, Zubehör | phonicom.ch |
❓ Häufige Fragen
Wie viele Elemente für meine erste Yagi?
Für den Einstieg ist eine 3-Element-Yagi (1 Reflektor + 1 Strahler + 1 Direktor) ideal. Sie bietet etwa 5-6 dBd Gewinn, ein gutes F/B-Verhältnis und einen einfachen Aufbau. Das reicht für eine deutliche Verbesserung gegenüber einer Rundstrahlantenne.
Yagi horizontal oder vertikal?
Auf KW ist die Polarisation in der Regel horizontal. Auf VHF/UHF verwendet der lokale FM-Betrieb vertikale Polarisation, während DX, SSB und Satelliten horizontal arbeiten. Passen Sie die Polarisation Ihrer Yagi an Ihre hauptsächliche Betriebsart an.
Braucht eine Yagi einen Balun?
Eine Mantelwellensperre (Choke-Balun) (1:1) ist am Speisepunkt immer zu empfehlen, um Mantelströme auf dem Koaxialkabel zu verhindern, die das Strahlungsdiagramm verzerren und Störungen im Shack verursachen würden. Das Impedanzanpassungssystem (Gamma Match, Hairpin usw.) ist eine separate Frage.
Kann ich eine Yagi ohne Rotor verwenden?
Ja! Auf VHF/UHF können Sie Ihre Yagi fest in eine Richtung ausrichten (zum Beispiel auf ein entferntes Relais oder ein bestimmtes geografisches Gebiet). In dieser Richtung ist sie immer noch deutlich leistungsfähiger als eine Rundstrahlantenne. Auf KW erlaubt ein Kippmast das manuelle Neuausrichten.
Wie wirkt sich ein Metallboom auf die Elemente aus?
Ein Metallboom, durch den die Elemente hindurchgeführt werden (Montage durch die Mitte), verkürzt die Elemente elektrisch um einige Millimeter. Simulationsprogramme (EZNEC, MMANA) berücksichtigen diese Korrektur. Wenn Sie die Elemente isoliert vom Boom montieren, ist keine Korrektur nötig.
📋 Checkliste vor dem Start
- Ihr Ziel festlegen: DX auf KW? Lokal auf VHF? Satellit? SOTA? Davon hängt die Wahl des Bandes und der Elementzahl direkt ab.
- Einschränkungen abklären: Verfügbarer Platz, zulässige Höhe, Budget, kommunale Vorschriften, Zustimmung des Eigentümers (bei Mietern).
- Entscheiden: selbst bauen oder kaufen: Selbstbau ist auf VHF/UHF sehr lohnend und günstig. Auf KW bieten kommerzielle Antennen eine höhere mechanische Robustheit.
- Mast und Rotor dimensionieren: Berechnen Sie die Windlast (Fläche × Druck) und wählen Sie einen Rotor mit dem nötigen Drehmoment.
- In ein gutes Koaxialkabel investieren: Sparen Sie nicht beim Kabel, vor allem auf VHF/UHF. Kabelverluste machen den Antennengewinn zunichte.
- Einen Antennenanalysator besorgen: Mit einem NanoVNA (ab 30 CHF) können Sie Ihre Antenne präzise abgleichen und Probleme diagnostizieren.
- Installieren, messen, anpassen: Montieren Sie die Antenne vor dem endgültigen Abgleich auf ihrer definitiven Höhe. Boden und Umgebung beeinflussen die Parameter.
🤝 Unsere Partner

Phonicom.ch: Amateurfunk-Spezialist in der Schweiz
Bei Phonicom finden Sie Yagi-Antennen, Masten, hochwertige Koaxialkabel, Stecker und Rotoren für Ihr Richtantennenprojekt. Persönliche Beratung und schnelle Lieferung in der Schweiz.
phonicom.ch besuchen →




